Leder, Carbon und Leichtmetall
Innen setzt sich der muntere Materialmix fort. Leder, Carbon und Leichtmetall dominieren, im Cockpit wird das Tempo digital angezeigt, die Skala des Drehzahlmessers windet sich quasi analog um die Anzeige. Auf der wuchtigen Mittelkonsole sind die Kontrollen für den Antriebsstrang zusammengefasst. Das Neungang-Doppelkupplungsgetriebe wird nicht über einen Wahlhebel bedient, Rückwärtsgang, Automatikwahl und Parksperre werden über Tasten gesteuert. Manuelles Schalten erlauben kleine Schaltpadel am lederbezogenen Lenkrad. Außerdem stehen vier Fahrmodi zur Wahl. "Quiet" heißt das Programm, in dem sich der NSX sanft wie ein Schmusekater durch den Verkehr dirigieren lässt. Die Kraftentfaltung ist souverän, der Motor begnügt sich mit moderaten Drehzahlen, und die Lenkung ist direkt, aber ordentlich unterstützt.
Das ändert sich in den Fahrprogrammen "Sport" und "Sport+" deutlich, der Honda fährt die Krallen aus und faucht mit vernehmlicher Stimme die Gerade entlang. Fuchsteufelswild wird er schließlich im Modus "Track". Dann sind alle Funktionen auf maximale Leistung und Effizienz getrimmt, auch die Launch-Controll, eine Beschleunigungs-Automatik für den schärfsten Antritt, bietet sich dann an. Sie ermöglicht den Sprint von 0 auf 100 km/h in kaum mehr als drei Sekunden. Den kräftigen Schlag, denn der NSX seinen Insassen dabei versetzt, verstärkt das Gefühl der ungezügelten Kraftentfaltung, Fahrer und Beifahrer werden wie bei einer Playstation förmlich Richtung Horizont geschossen.
Das Potenzial resultiert aus der Kombination von insgesamt vier Motoren. Die Bärenkräfte des doppelt aufgeladenen V6 bekommen Unterstützung von drei Elektromaschinen, die an der Hinterachse liefert 35 kW/48 PS und 147 Newtonmeter Drehmoment zwischen 500 und 2.000/min. Zwei weitere E-Motoren treiben jeweils eines der Vorderräder mit 27 kW/37 PS und 73 Nm an. Alle drei werden vom Fahrdynamik-Computer unabhängig voneinander in Gang gesetzt, die vorderen übernehmen neben dem Vortrieb die "Torque-Vectoring" genannte Funktion zur Verbesserung des Kurvenverhaltens. Dabei greift der E-Antrieb des jeweils kurvenäußeren Vorderrades gezielt ein und zieht den NSX in den Radius, während der innere Motor das Rad durch Umpolung abbremst. Höchste Agilität und stabiles Fahrverhalten bis in hohe Geschwindigkeiten hinein sind die Folge.
Ihre Energie beziehen die E-Maschinen von einer etwa 8 kWh starken Lithium-Ionen Batterie, die durch Rekuperation wieder aufgeladen wird. Sie erlaubt im "Quiet"-Modus überdies rund zwei Kilometer rein elektrischer Fahrt, was im Stadtverkehr tatsächlich zu auffällig leiser Fortbewegung führt. Aber: "Im NSX nutzen wir die Hybridtechnik hauptsächlich für...
Papadu
July 27, 2016 at 10:51 amNoch ein Fahrbericht zum NSX: http://autozeitung24.eu/fahrbericht-honda-nsx-supersportler-mit-elektropower