Peugeot 604

Peugeot 604: Fahren wie Gott in Frankreich

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Mitte der 1970er Jahre war die automobile Welt aus Sicht der französischen Hersteller noch in Ordnung, und deshalb wagte sich damals Peugeot wieder zurück in die gehobene Klasse. Der im März 1975 auf dem Genfer Automobilsalon präsentierte 604 zog zunächst die Blicke der Besucher auf sich, und als die Limousine wenig später bei den Händlern stand, griff die Kundschaft begeistert zu. Die Rückkehr in die höheren Sphären des Marktes war gelungen, und ein echter Konkurrent für die etablierten deutschen Oberklasse-Vertreter fand seinen Platz. Zum ersten Mal seit den 1930er Jahren arbeitete wieder ein Sechszylinder unter der Haube eines Peugeot, und damit ließ man vor allem die ungeliebte innerfranzösische Konkurrenz von Citroen hinter sich. Ein Jahr später musste man ab 1976 unter einem gemeinsamen Konzerndach leben - doch das ahnte damals noch niemand. Dass man sich den Antrieb mit Volvo und (ausgerechnet) Renault teilen musste, war nebensächlich - endlich fuhr die Marke wieder mit den Premium-Herstellern aus Deutschland auf Augenhöhe. Ursprünglich war sogar ein V8-Zylinder geplant, doch dann fielen zwei Zylinder der Energiekrise zum Opfer. Mit der von Pininfarina gezeichneten Limousine meldete sich Peugeot als Hersteller komfortabler Limousinen in der ersten Liga zurück. Dabei war es durchaus hilfreich, dass Staatspräsident Valéry Giscard d'Estaing die neue Limousine als Staatskarosse wählte und damit für Präsenz auf höchster Ebene sorgte. Seine Nachfolger wechselten dann später allerdings wieder zu Citroen. Während sich Monsieur Le Président nicht mit irdischen Dingen wie Katalogen und Austattungsdetails beschäftigen musste, registrierten die bürgerlichen Kunden erfreut das Fehlen langer Aufpreislisten, was wiederum der deutschen Konkurrenz zu Denken gab. Lediglich eine Getriebeautomatik, ein elektrisches Schiebedach und Ledersitze konnten anfangs als Extras geordert werden.
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Komfortabelster in seiner Klasse

Der 604 hielt weitgehend, was die Werbung versprach. Zwar machte der Sechszylinder mit seinen 100 kW/136 PS aus dem 604 keine Sportlimousine, doch dafür war es vor allem der Komfort der 4,72 Meter langen Stufenheck-Limousine, der die Kundschaft überzeugte. Damals verkündete die Werbung: “Fachleute sind fest davon überzeugt, dass er in seiner Klasse der Komfortabelste ist”. Tatsächlich konnte sich der 604 immer wieder in Vergleichstests behaupten und wurde zu einem Botschafter des “Fahrens wie Gott in Frankreich”. Fahrer und Passagiere versanken in den bequemen Velourssitzen und genossen auch dank des “französisch” abgestimmten Fahrwerks die Fahrt. Unter der Haube summte der Sechszylinder und verschonte die Insassen mit akustischen Belästigungen. Dank der Karosserie-Firma Heuliez ließ sich der Radstand um bis zu 62 Zentimeter verlängern und so entstand Platz für zusätzliche Klappsitze, Fernseher, Bar und eine für damalige Verhältnisse vollständige Ausstattung mit Büro-Kommunikation. So ausgerüstet war der Peugeot 604 für…

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