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Bereits mit dem ersten Aufkommen des Internets und seinem Aufstieg Mitte und Ende der Neunziger Jahre nutzen viele Autohändler die neuen Chancen für sich. Autohäuser ließen sich Homepages programmieren, um ihr Geschäft vorzustellen, die ersten regionalen und nationalen Verkaufsportale entstanden. Mit der Entwicklung zum Web 2.0 und seinen Kindern Facebook, Twitter und Co. können sich die Verkäufer jetzt noch individueller und vor allem persönlicher einbringen. Die Möglichkeiten sind da, man muss sie nur zu nutzen wissen…
Der größte Unterschied zum klassischen Konzept der Homepage ist der unmittelbare Kontakt zum Kunden auf gleicher Augenhöhe. Während sich der potentielle Käufer bislang hauptsächlich durch einen virtuellen Wald aus Bildern und Informationen klickte und höchstens per Gästebuch oder Impressum kommunizierte, ist er bei Twitter oder Facebook in der Lage, in einen direkten Dialog zu treten. Er kann sofort per Kommentarfeld auf Nachrichten und Bekanntmachungen des Händlers antworten. Dies kann dann zusammen mit anderen Nutzern und dem Verkäufer selber zu angeregten Diskussionen oder einem aktiven Informationsaustausch führen.
Und so finden sich besonders bei Facebook einige Profile von Autohäusern (z.B. das Autohaus Hess in Bündigen) und kleineren Autohändlern (z.B. der Autohandel O.Z in Herford), die dort über Veranstaltungen, neue Fahrzeuge oder Randnotizen zum Verkaufsgeschehen berichten. Neben Informationen wie dem aktuellen Fahrzeugbestand oder interessante Einblicke in die Geschichte der angebotenen Marke sind es besonders die persönlicheren Nachrichten, die einen guten Effekt beim Besucher erzielen. Da wird sich über das bestandene Diplom des Werkstattleiters oder die erste Lieferung des brandneuen Modells gefreut oder einem Mitarbeiter zur silbernen Hochzeit gratuliert. Manche machen sogar ein Foto mit jedem Kunden eines ausgelieferten Autos (vorrausgesetzt natürlich, dieser möchte das auch). Das bringt einem den ganzen Betrieb näher als es jede noch so aufregend gestaltete Internetseite je könnte.
Twitter scheint für derlei Pläne weniger geeignet. Die feste Begrenzung auf 140 Zeichen pro Nachricht sowie die spärlichen Profilgestaltungsoptionen ermöglichen weniger Freiraum zum Vorstellen des eigenen Betriebs und zum kommunizieren relevanter Informationen. Trotzdem finden sich auch dort zahlreiche Vertreter des Fahrzeuggewerbes, allerdings arbeiten diese dann meist nur mit kurzen Angebotsankündigungen oder verlinken für ausführlichere Informationen auf andere Seiten (hier gibt es zum Beispiel das “Verkauf_Ankauf”-Portal, das kleineren An- und Verkäufern eine Plattform bietet).
Eher als Twitter bieten sich da schon eigene Blogs auf einem der unzähligen Blogportale an. Hier ist besonders die individuelle Gestaltungsmöglichkeit der Seite ein großer Vorteil im Vergleich zu Facebook, bei welchem jede Seite das gleiche Design besitzt. Dies ist sehr gut für Händler, die mit einem einheitlichen Design arbeiten, welches sie auch in ihrer Geschätsstelle und ihrer Homepage verwenden. So ergibt sich ein homogenes Gesamtbild. Allerdings muss auch mit weniger Traffic im Vergleich zum allgegenwärtigen Facebook gerechnet werden.
So bietet das Web 2.0 große Vorteile für Kunden und Händler. Erstere haben einen direkteren Service und können sich mit anderen Käufern sowie der Verkaufsstelle besser austauschen. Letztere sind – vorrausgesetzt sie bemühen sich um ihre Internetpräsenz – nun in der Lage, ihr Geschäft persönlicher vorzustellen und aktuelle Informationen direkter an den potenziellen Kunden weiterzuleiten. Und ein großer Teil nutzt die neuen Chancen bereits… man schaue sich einfach mal bei den üblichen Verdächtigen um.
geschrieben von Mario Helbig veröffentlicht am 25.10.2010 aktualisiert am 06.10.2014
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