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„Ich war halt der erste Spinner“, sagt Markus Voglreiter über sich selbst und spielt damit auf ein Projekt an, das weltweit für großes Aufsehen gesorgt hat, seine Auto-Häuser. Denn der österreichische Architekt hatte tatsächlich den Mut etwas zu tun, was vor ihm noch niemand gewagt hat. Er hat zwei Häuser gebaut, die aussehen wie Autos.
Eigentlich hatte sich Markus Voglreiter eher mit der Sanierung historisch bedeutender Gebäude in Österreich beschäftigt – so erneuerte er unter anderem die Fassade von Mozarts Geburtshaus – bis er sich dachte: Ich will mal was ganz anderes machen. Da er sich immer schon für Autos interessierte, hatte er den verrückten Einfall eines zu bauen, das statt aus Metall und Chrom aus Glas und Stein besteht. Doch leider konnte er zunächst niemanden für seine Idee begeistern und setzte viel Überzeugungskraft ein, um eine Baugenehmigung von der Stadt Salzburg zu bekommen.
Sein erstes Objekt, ein Wohnhaus, platzierte der Architekt oder Stadtbaumeister, wie er sich selbst gerne altertümlich nennt, im Stadtteil Gnigl in Salzburg. Eigentlich eine ganz normale Reihenhaussiedlung, aber für Voglreiter ideal, schließlich ging es ihm nicht darum unterzugehen. Er wollte auffallen. Mittlerweile ist sein Haus über die Stadtgrenzen hinaus bekannt geworden. Häufig kommen interessierte Besucher vorbei und bestaunen das architektonische Meisterwerk.
Aber der Stadtbaumeister wollte sich nicht mit einem einzigen Projekt zufrieden geben. Jetzt wo er wusste, dass sein Konzept vom Auto-Haus aufging, nahm er gleich das nächste Bauvorhaben in Angriff: Das Auto-Haus-Retaurant. Im Lokal The Car. Das Auto kann man in der Karosserie an der Bar sitzen, einen Tisch in den Reifen mieten oder auf der Dachterrasse des Schiebedachs einen sommerlichen Cocktail zu sich nehmen. Die Gäste ließen natürlich nicht lange auf sich warten. Das Auto-Restaurant ist mittlerweile fast ständig ausgebucht und längst Kult in und um Salzburg.
Und Voglreiter hat schon weitere Interessenten. Unter anderem einen Scheich aus Abu Dhabi. Die Chancen stehen also gut, dass es bald noch weitere Auto-Häuser geben wird. Wir sind gespannt, ob wir vielleicht auch bald in Deutschland im Autoreifen speisen können.
geschrieben von Marie Weimershaus veröffentlicht am 06.09.2010 aktualisiert am 06.09.2010
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