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Erst im Jahr 1992 wurde der Autohersteller Brilliance China Auto in Shenyang in der Province Liaoning in China gegründet. Zunächst war die Marke Brilliance Bermuda angegliedert, doch schon 2002 kam der erste eigenständige Neuwagen heraus. Es handelte sich um die Limousine der Mittelklasse Zhonghua, die in Deutschland als BS6 bekannt ist. Ein Jahr später kam es zur Zusammenarbeit mit BMW. Dadurch baute und baut der Autohersteller einige BMW-Modelle, wie den 3er oder X1 teilweise in China selbst, wo die Fahrzeuge auch verkauft werden. Hierbei ist auch eine Langversion eines BMWs im Programm, die es so nur in China gibt. Schnell stellte sich bei Brilliance der Erfolg ein. Das Unternehmen wuchs und bereits im Jahr 2005 belief sich die Produktion von Neuwagen auf mehr als 110.000 Stück. Im Jahr 2006 waren mehr als 11000 Mitarbeiter beim Unternehmen beschäftigt und der Autohersteller machte einen Umsatz von 10,5 Milliarden Renminbi. Durch die guten Zahlen im Heimatland beflügelt, wagte sich der Autohersteller aus China schnell aufs internationale Parkett.
Schon im Jahr 2007 sollten die ersten Modelle in Europa von Brilliance eingeführt werden. Es handelte sich dabei um den BS4, eine Limousine, und den BC3 als Coupé. Doch die Markteinführung verschob sich, da die Modelle nachgebessert werden mussten. Gerade in Bezug auf die Sicherheit bestanden Mängel. So erschienen die Neuwagen der Automarke erst ein Jahr später im Herbst des Jahres 2008. Allerdings konnten die Mängel im puncto Sicherheit nicht zufriedenstellend gelöst werden, was Crashtests des ADAC aus dem Jahr 2009 belegten. Auch die anderen späteren eingeführten Neuwagen zeigten bei Tests Sicherheitsmängel auf, die der Marke insgesamt einen eher unterdurchschnittlichen Ruf bescherten und die europäischen Verkaufszahlen drückten, was nicht nur der Hersteller selbst spürte, sondern auch die europäischen Importeure, von denen einige Insolvenz anmelden mussten.
Die Fahrzeuge von Brilliance sind in unterschiedlichen Klassen erhältlich. So können Modelle der Automarke beispielsweise in der Mittelklasse, Kompaktklasse und als Sportcoupé erworben werden. Das Design hat nicht den typischen Touch, wie man ihn von Autos aus dem asiatischen Raum erwarten würde. Vielmehr haben die Fahrzeuge einen europäischen Stil, der sich in einer schlichten, unaggressiven Linienführung ausdrückt, die jedoch ein klares Statement abgibt. Dieser positive Eindruck rührt daher, dass die Fahrzeuge von Brilliance von italienischen Autodesignern ihre Karosserieform erhielten.
Schon im Jahr 2009 wurde von Brilliance auf der Auto Shanghao die Studie eines Elektroautos vorgestellt. Kenner stellten sofort Ähnlichkeiten zum VW up! fest. Doch in Serie ging dieses Fahrzeug nie. Im Jahr 2010 folgte ein weiteres Fahrzeug mit Elektromotor, welches aus recycelten Materialien bestand. Jedoch sollte dies nur ein Fahrzeug mit Benzinmotor bewerben. In der Folgezeit kamen weitere Meldungen über Neuwagen der Marke mit alternativen Antriebstechnologien heraus. Ein mit BMW zusammen entwickeltes Hybrid-Fahrzeug ging 2010 in Serie.
Die Gebrauchtwagen und Neuwagen des chinesischen Herstellers sind bei unterschiedlichen Händlern in Deutschland erhältlich, dabei übernimmt Brilliance selbst den Import und Vertrieb. Als Faustregel gilt bei Brilliance, dass die Wagen erstaunlich preiswert sind und viel Ausstattung und Komfort bieten. Dies liegt unter anderem an den billigen Möglichkeiten der Produktion, wie sie aus China bekannt sind. Mängel werden bei den Gebrauchtwagen sowie Neuwagen immer wieder im Bereich der Sicherheit festgestellt, wie unterschiedliche Crashtests belegen. Somit eignen sich die Gebrauchtwagen und Neuwagen der Automarke für Menschen, die preiswerte Fahrzeuge bevorzugen und trotzdem auf gewisse Extras nicht verzichten wollen, die eigentlich nur bei höherpreisigen Fahrzeugen Standard sind.