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Die Fahrzeuge der Marke Wartburg sind eng mit der DDR und ihrer Geschichte verbunden. Die Automarke Wartburg wurde in Eisenach produziert. Der Autohersteller der Neuwagen war der VEB Automobilwerk Eisenach. Diese Produktionsstätte blickte bereits vor der Gründung der DDR auf eine lange Tradition zurück, die bereits im Jahr 1896 begann. Heute existieren keine Neuwagen der Automarke Wartburg mehr, allerdings sind unterschiedliche Modelle von Gebrauchtwagen in Deutschland anzutreffen, von denen die meisten mit Sicherheit liebevoll durch ihre Besitzer gepflegt werden und entsprechenden Kultstatus besitzen.
Als Aktiengesellschaft im Jahr 1896 durch Heinrich Ehrhardt in Eisenach gegründet, wurden zunächst Geschütze und Fahrräder unter der Marke Wartburg produziert. Doch bereits zwei Jahre später kam der erste Neuwagen aus dem Eisenacher Werk. Es war ein Lizenzbau des französischen Zweizylinders Decauville. Mit diesem Automobil war der Autohersteller aus Eisenach der Vierte in ganz Deutschland, der PKWs fertigte. Die Leitung des Werkes hatte Heinrich Ehrhardts Sohn Gustav inne, doch nach Finanzverlusten und internen Differenzen trat er 1903 von der Leitung zurück. Sein Vater folgte ihm ein Jahr später. Die Autowerke gaben die Marke Wartburg im Zuge dessen auf und führten den Namen Dixi ein. Vorwiegend große und repräsentative Neuwagen entstanden unter der Marke, obwohl nach dem ersten Weltkrieg ein Wandel hin zu kleineren Fahrzeugen vollzogen wurde. Heute werden die Gebrauchtwagen bzw. Oldtimer mit Namen Dixi vorwiegend mit dem Kleinwagen 3/15 DA 1, einem Lizenznachbau des Austin 7, gleichgesetzt.
Als sich im Jahr 1928 die Bayerische Motoren Werke AG in die Dixiwerke einkaufte, war das für den heute weltweit bekannten Autohersteller BMW der Einstieg in die Herstellung von Automobilen. Damit endete auch die Selbstständigkeit der Marke Dixi und ihr Name verschwand, da die Modelle Dixi 3/15 fortan als BMW 3/15 PS verkauft wurden. In der Folgezeit wurden in der BMW Zweigniederlassung Eisenach bekannte Modelle wie der BMW 315, der 326 oder der 328 produziert. Ab 1941 erfolgte im Eisenacher Werk nur noch die Produktion von Motorrädern, auch wurden Flugzeugmotoren in einem neu gebauten Werk hergestellt. Nach dem Zweiten Weltkrieg waren die Produktionsstätten in Eisenach zu 60 Prozent zerstört.
Mit großer Sicherheit drohte die Demontage der verbliebenen Maschinen zwecks Reparationsleistung an die sowjetische Besatzungsmacht. Nachdem es aber gelang, die Besatzungstruppen von der Qualität der Fahrzeuge aus dem Werk zu überzeugen, wurden die Fabrik und ihre Maschinen nicht demontiert. Die Produktionsstätte in Eisenach wurde verstaatlicht und das Werk bis in die 1950er Jahre wieder aufgebaut. Die Produktion umfasste anfangs keine Neuwagen, da sich diese nach dem Krieg niemand leisten konnte. Deshalb wurden Haushaltsartikel, Möbel und Leiterwagen hergestellt. Erst langsam kam die Produktion von Automobilen wieder in Gang. Der Erste war der BMW 321. Ihm folgte der BMW 340 und der EMW 340-2, die heute als wertvolle Oldtimer gehandelt werden. Auch Motorräder und Kübelwagen liefen in Eisenach vom Band.
Im Jahr 1951 durften Neuwagen aus Eisenach auf gerichtlichem Beschluss den Namen BMW nicht mehr tragen. 1953 erhielt das Werk den Namen VEB Automobilwerk Eisenach. Auf Beschluss der Staatsführung durften auch keine Viertakt-Pkws produziert werden, sondern nur noch Zweitakter. Im Jahr 1955 kam dann schließlich der erste Wartburg heraus. Es war der Typ 311, ein Modell der unteren Mittelklasse. Ihm folgte der Wartburg 353, der im Jahr 1966 veröffentlicht wurde. Lange dauerte die Ära von Fahrzeugen mit Zweitaktmotor an, bis in den 1980er Jahren die Lizenz zum Nachbau eines Polo-Viertaktmotors durch die DDR erworben wurde. So kam im Jahr 1988 der Wartburg 1.3 auf den Markt. Der Preis für dieses Modell war allerdings so hoch, dass die Bevölkerung mit großem Unmut darauf reagierte. Als schließlich die Wende und das Aus für die DDR kam, konnte auch die Marke Wartburg nicht gerettet werden. Zwar gab es einen Versuch zusammen mit Opel einen moderneren Wartburg 1.3 vom Typ New Line auf den Markt zu bringen, doch die Kosten dafür waren zu hoch und die Automarke ging vollständig im Gebrauchtwagen-Markt auf.
Der Wartburg ist gerade im Osten Deutschlands ein Gebrauchtfahrzeug, was bei vielen in der Garage steht. Es hat ähnlich dem Trabant einen Kultstatus. Viele Fans dieser Gebrauchtwagen finden sich regelmäßig zu treffen und Ausflügen zusammen. Oft sind sie in Clubs und Vereinen organisiert. Auch ist für viele Ostdeutsche Bürger mit Gebrauchtwagen von Wartburg das Gefühl von Heimat und Geschichte verbunden, Stichwort „Ostalgie“. Außerdem werden auch einige Fahrzeuge der Marke noch aktiv im Straßenverkehr genutzt. Meist handelt es sich dabei um die letzten in der DDR bzw. zur Wende erschienenen Autos.